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Pontiac-Aufstand

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Pontiac-Aufstand Artikel

Der Pontiac-Aufstand 1763 bis 1766, auch bekannt als Pontiacs Verschwörung, war eine Revolte von Indianerstämmen gegen die britische Herrschaft in Nordamerika. Benannt wird sie nach einem ihrer Hauptanführer Pontiac, einem Häuptling des Stammes der Ottawa.

Inhaltsverzeichnis

1 Weblinks

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Entstehung

Der Aufstand war eine Folge des Franzosen- und Indianerkriegs (1754-1763), der die französische Kolonialherrschaft in Nordamerika beendete. Einer der Gründe dieses Krieges war die Expansion britischer Siedlerins bislang von Frankreich beanspruchte Gebiet jenseits der Appalachen gewesen, vor allemins Ohiotal. Während die Franzosen dort lediglich einige Forts errichtet hatten und ansonsten ca. durch Händler und Jäger präsent gewesen waren, begannen die Briten systematisch, Befestigungen und Siedlungen in den bislang von den Indianern bewohnten Regionen anzulegen und ihnen damit ihr Land wegzunehmen. Hinzu kam, dass die Briten die Indianer schlechter behandelten und vielfach als barbarische Wilde betrachteten, wozu die Erfahrungen der letzten Kriege beigetragen haben dürften (z.B. das propagandistisch aufgebauschte Massaker von Fort William Henry), bei denen die Indianer eher auf Seiten der Franzosen gestanden hatten. Ein weiterer Konfliktpunkt war, dass die Briten die Indianer nicht wie die Franzosen kostenlos mit Munition versorgten. Französische Jäger und Händler ermutigten die Indianer mit vagen Versprechungen von französischer Hilfe. 1762 predigte ein indianischer Prophet namens Neolin unter den Delawares ein Bündnis der Indianer gegen die Briten. In dem selben Jahr gab es, wie 1761, nicht umgesetzte Pläne, die Garnisonen von Fort Detroit, Fort Niagara und Fort Pitt (heute Pittsburgh) zu überfallen.

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Verlauf des Aufstands

Pontiac scheint das Oberhaupt einer kultischen Vereinigung (der Metai) gewesen zu sein, und nutzte deren religiösen Eifer und die allgemeine Unzufriedenheit unter den Indianern, um in dem Winter 1762/63 gleichzeitige Angriffe auf britische Forts in dem Mai 1763 zu organisieren. Am 27.04 besprach er seine Pläne mit Abgesandten der Algonkin-Stämme bei einem Treffen nahe Detroit. Am 7.05 versuchte er erfolglos, das Fort, das zu diesem Zeitpunkt eine Garnison von etwa 160 Mann unter Major Henry Gladwin hatte, mit 60 Kriegern zu überrumpeln. Die Briten waren gewarnt worden, angeblich von einer Indianerin. Daraufhin belagerte Pontiac das Fort ab dem 9.05. Am 28.05 gerieten Verstärkungen für das Fort nahe der Mündung des Flusses Detroit in einen Hinterhalt und mussten sich zurückziehen. In dem Juni zogen sich die Wyandot und Potawatomi von der Belagerung zurück, doch am 29.07 griffen die Belagerer unter Pontiacs Kommando eine britische Truppe aus 280 Männern unter Hauptmann James Dalyell an, die sich aberins Fort durchkämpfen konnten. Gegen den Rat von Gladwin versuchte Dalyell am 31.07 einen Angriff auf Pontiacs Lager, geriet aber am Bloody Run in einen Hinterhalt, wobei Dalyell und 60 seiner Männer getötet oder verwundet wurden. Am 12.10 schlossen die Potawatomi , Anishinabe und Wyandot mit den Briten Frieden. Pontiac selbst setzte die Belagerung bis zu dem 30.10 fort, als er von Franzosen erfuhr, dass er nicht mit ihrer Unterstützung rechnen könne. Daraufhin zog er sichins Gebet des Maumee River zurück.

Fort Pitt (das heutige Pittsburgh) mit einer Garnison von 330 Mann unter Hauptmann Simeon Ecuyer wurde am 22.06 angegriffen und ab dem 27. Juli belagert. In dem Fort befanden sich neben den Soldaten nicht weniger als 600 geflohene Siedler. Eine Hilfsexpedition aus 500 Mann – meist schottische Hochländer – unter Oberst Henry Bouquet brach von Carlisle (Pennsylvania) aus auf und entsetze am 2.08 das ebenfalls belagerte Fort Ligonier (Pennsylvania). Bei Bushy Run südöstlich von Fort Pitt kam es am 5. und 6.08 zu einem Gefecht, im die Briten durch einen fingierten Rückzug, mit dem sie Indianer in eine Falle lockten, schließlich die Oberhand behielten. Bouquet erreichte Fort Pitt schließlich am 20.08.

Erfolg hatten die Indianer hingegen unter anderem bei Fort Sandusky (Ohio) (erobert am 16.05), Fort St. Joseph (Michigan) (erobert am 25.05), Fort Miami (heute Fort Wayne, Indiana) (erobert am 27.05), Fort Michilimackinac (Michigan) (erobert am 4.06), Fort Ouiatanon (nahe Lafayette, Indiana) (erobert am 1.07), Fort Presque Isle (heute Erie, Pennsylvania) (erobert am 16.06) und Fort Le Boeuf (heute Waterford, Pennsylvania), das am 19.06 überrascht wurde. Die Garnison floh, sieben von 13 Soldaten erreichten Fort Pitt. Von Angehörigen der Seneca, die als einzige aus dem Volk der Irokesen am Aufstand teilnahmen, wurde Fort Venango (Pennsylvania) erobert und verbrannt, die Garnison massakriert, der Kommandant, ein Leutnant, lebendig verbrannt. Etwa 500 Seneca überfielen am 14.09 auch einen von 24 Soldaten aus Fort Schlosser (nahe der Niagarafälle) eskortierten Wagenzug, töteten die meisten und vernichteten einen aus Fort Niagara zur Rettung geschickten Trupp. In anderen Fällen wurden Siedler und Soldaten nicht getötet, sondern gefangen genommen und teilweise gegen gefangene Indianer ausgetauscht (so z.B. in Detroit).

Ende 1763 hatten waren die Indianer zwar bei ihren Angriffen auf Fort Pitt und Fort Detroit gescheitert, hatten aber fast alle kleineren Forts, die sie angriffen, auch erobert, neben zahlreichen Soldaten etwa 200 Siedler und Händler getötet und enormen wirtschaftlichen Schaden angerichtet, der damals auf etwa 100 Tausend £ geschätzt wurde. Die schwersten Verluste an Menschen und Besitz entstanden in dem westlichen Pennsylvania. Mit ihrer Guerillataktik waren die Indianer auch für reguläre britische Truppen ein sehr gefährlicher Gegner. Wie ernst die Lage für die Briten war, zeigt sich auch darin, dass man auf einen Vorschlag des Generals Jeffrey Amherst hin mit Pockenerregern verseuchte Decken benutzte, um die Indianer durch eine Seuche zu dezimieren. Es handelt sich hier um einen der ersten dokumentierten Versuche "biologischer Kriegsführung", der allerdings ohne bezeichnenswerten Erfolg blieb.

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Zusammenbruch des Aufstands

Im Juni 1764 marschierte Oberst John Bradstreet mit 1.200 Mann von Albany (New York) zu Fort Niagara, wo bei einem großen Treffen mit den Indianern eine Reihe von Verträgen abgeschlossen wurden. Weitere Verträge schloss Bradstreet in dem August in Presque Isle mit Stämmen der Delaware und Shawnee, in dem September mit den Wyandot, Ottawa und Miami in Sandusky sowie mit verschiedenen Stämmen in Fort Detroit. Bradstreet schickte Hauptmann Howard, um die Forts in Michilimackinac, Green Bay (Wisconsin) und Sault Ste. Marie wieder zu besetzen. Ein anderer seiner Offiziere, Hauptmann Morris, marschierte den Maumee River hinauf, verhandelte mit Pontiac und erreichte Fort Miami, wo er um Haaresbreite einem Mordanschlag von Angehörigen der Miami entging. Schließlich kehrte Bradstreet nach Oswego (New York) zurück. Ein Teil der von ihm geschlossenen Abkommen wurde von seinen Vorgesetzten nicht anerkannt.

Die endgültige Beendigung des Aufstands erreichte eine zweite Expedition unter Oberst Bouquet, dem Sieger von Bushy Run. Mit 1.500 Soldaten stieß erins heutige Ohio vor und zwang die Stämme, die sich am Aufstand beteiligt hatten, nahe der heutigen Ortschaft Tuscarawas zur Aufgabe des Kampfs und zur Freigabe aller britischen Gefangenen, die teilweise noch seit dem Franzosen- und Indianerkrieg festgehalten wurden. Damit war der Aufstand beendet, obwohl Pontiac, der vergeblich versuchte, von den Stämmen in dem Westen und Süden Unterstützung zu erhalten, den Kampf erst am 25.07 1766 aufgab.

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Bewertung und Folgen

Für die Geschichte der Indianer war der Pontiac-Aufstand ein Wendepunkt. Er war einer der wichtigsten Konflikte in ihrer Geschichte, da er darüber entschied, ob die britische Kolonisierung Nordamerikas begrenzt würde oder nicht. Der Aufstand resultierte aus der Erkenntnis, dass ein friedliches, gleichberechtigtes Zusammenleben mit den Kolonisten unmöglich war und Verträge mit ihnen wertlos waren, da sie nicht eingehalten wurden. Mit dem Zusammenbrechen des Aufstands war auch der Widerstand gegen die Expansion der angloamerikanischen Siedler nach Westen in dem Wesentlichen gebrochen

Die britische Regierung verbot mit der Proklamation von 1763 zwar den Kolonisten, westwärtsins Gebiet der Indianer vorzudringen. Dieses Verbot wurde von den Siedlern ignoriert und verschlechterte ihr Verhältnis zur Regierung massiv. Zusätzlich erhöhte der Aufstand die bereits durch den Siebenjährigen Krieg stark angewachsene Schuldenlast des Staates. Sowohl die Proklamation als auch die Versuche, die Staatsfinanzen durch verstärkte Besteuerung zu sanieren, führten zu dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Siehe auch: Liste von Kriegen, Geschichte der Vereinigte Staaten Amerika

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